In den USA seien besonders viele Institutionen vorhanden, die sich mit Hochschulforschung befassen. Im Vergleich mit bspw. Deutschland sind dafür einige Unterschiede verantwortlich.
So bildet "Higher Education" dort einen Teil der Erziehungswissenschaften (Anmerkung: Damit meint Teichler vermutlich, dass im angelsächsischen Universität als Erziehung, im Französischen als Ausbildung und im Deutschen als Bildung verstanden werde) und ist daher schon lange institutionell eingebunden. Die us-amerikanischen Master- und PhD-Programme würden für eine mittlere bzw. obere Hierarchieebene in der Hochschulverwaltung qualifizieren.
Darüber hinaus haben us-amerikanische Universitäten meist Organisationseinheiten, die der Hochschulleitung wissenschaftliche informierte Entscheidungsgrundlagen ermöglich und ihr dazu innerhalb der Hochschule Daten sammeln. Dadurch seien für Hochschulforscher in den USA zahlreiche Beschäftigungsmöglichkeiten entstanden. Die "Forschungsergebnisse", die in dieser Form von institutional research zustande kommen, werden aber meist nicht veröffentlicht.
Letztlich halten auch us-amerikanische Regierungsstellen mehr wissenschaftliches Personal vor, das einen wissenschaftlich informierten Hochschulreformdiskurs ermögliche und dazu eine Vielzahl von Publikationen herausbringe.
Das
Bosten College bzw. Altbach gebe das Journal "International Higher Education" heraus, das kurze Texte zu internationalen Fragestellungen publiziere und über das deutsche Autoren eine sehr gute Verbreitung erzielen könnte.
In Europa verbinde das
CHER die Hochschulforschungszentren
CHEPS (Twente, Niederlande),
INCHER (Kassel) und
CIPES (Matosinhos, Portugal) sowie verschiedene Akteure aus Norwegen, den USA, Paris und Dublin.
Das CHEPS habe zur Zeit nur einen Professor, einige Assistenten und viele Promovierende. Jürgen Enders sei der Direktor. Teichler meint, das CHEPS sei gut für Gastaufenthalte geeignet.
Das CIPES (Portugal) sei mit Alberto Ameral sehr gut und breit vertreten.
Am
IOE in London seien Michael Shattock und Gareth Williams, am
CHERI der Open University sein John Brennan. Das International Centre for Higher Education Management
ICHEM in Bath solle man sich auch mal näher anschauen.
Österreich betreibe am
IFF Hochschulforschung, in Prag sei das
CHES und die Spanier forschen am
CEGES in Valencia.
Das
EAIR würde anwendungsorientierte Hochschulforschung machen und deren Tagungen sowie deren Journal "Tertiary Education and Management" seien auch für deutsche Hochschulforscher sehr interessant.
Das
EUREDOCS interessiere sich hauptsächlich für die Europäisierung der Hochschulsysteme.
In Paris sei auch die "International Association of Universities" (
IAU) sowie das organisationssoziologische
CSO, das Teichler als sehr gastfreundlich empfinde.
In Dijon sei das bildungsökonomische
IREDU zu empfehlen.
Die Hochschulforschung der Australier habe international eine gute Reputation und sei daher für einen Forschungsaufenthalt sehr geeignet.
In Lateinamerika gebe es ein paar einzeln forschende Professoren, die im Allgemeinen sehr gastfreundlich seien. Gastfreundlichkeit gebe es aber eigentlich nur in Staaten, in denen Doktoranden gut finanziert werden. In den USA und UK will man im Allgemeinen Geld sehen. Das CHEPS sei auch nicht immer einfach, in Skandinavien hingegen sei es immer sehr einfach einen Gastaufenthalt hinzubekommen. Alles werde natürlich leichter, wenn man sein Geld selber mitbringe.
Uta Bielfeldt gab speziell zu Skandinavien einige nützliche Hinweise. So könne sie
- Kontakte herstellen zu einer Dänin, die zu Managementkulturen in Hochschulleitungen forsche;
- Island für die Untersuchung von Hochschulen in der Peripherie empfehlen;
- ein norwegisches Hochschulforschungsinstitut (
NIFU) empfehlen, dass auch die amtliche Statistik über Norwegens Hochschulen pflege und daher interessante Datenbestände vorhalten könne;
- an der Universität Bergen forsche
Ivar Bleiklie;
- in Oslo sei das eher erziehungswissenschaftlich ausgerichtete Institut
Hedda interessant (hier arbeitet derzeit auch Peter Maasen);
- wer sich für Finnland interessiere, könne nach Turku ans soziologische
RUSE gehen oder nach Helsinki zu den Hochschul-Historikern.
-
Schweden
